Die Umfaller-Partei FDP hat einen neuen Bundesvorsitzenden: Wolfgang Kubicki (74) setzte sich beim Berliner FDP-Parteitag in einer Kampfabstimmung gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (68) durch. Die Kriegstreiberin und Rüstungslobbyistin hatte überraschend doch noch ihren Hut in den Ring geworfen.
In einer kurzfristig anberaumten Kampfkandidatur stimmten 390 Delegierte (59,27 Prozent) für den früheren Bundestags-Vizepräsidenten. Strack-Zimmermann erhielt 259 Stimmen.
Er werde alles tun, damit die Landtagswahlen im September in Ostdeutschland für die FDP erfolgreich verlaufen, sagte Kubicki nach seiner Wahl. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sitzen die Freien Demokraten noch in den Landtagen, in Magdeburg gehören sie sogar der Landesregierung an. In allen Umfragen liegt die FDP aktuell aber klar unter fünf Prozent.
Der Schleswig-Holsteiner Kubicki, von Beruf Rechtsanwalt, ist seit 55 Jahren in der FDP aktiv. Er will die Partei, die in den meisten Regierungen der Bonner Republik mit am Kabinettstisch saß, mit einem schärferen wirtschaftlichen Profil zurück zum Erfolg führen. Der 74-Jährige tritt die Nachfolge des erfolglosen Ex-Fraktionschefs Christian Dürr an, der nur ein Jahr an der Spitze der sogenannten Liberalen stand.