Boris Kálnoky, früherer Balkan-Korrespondent von „Welt“- und „Presse“ (Wien), hat die Medienpolitik des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán verteidigt. Zugleich verwies er auf die eher woke Prägung vieler städtischer Redaktionen im Land.
Am 12. April wählt Ungarn. Gegen Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei läuft eine ganz offensichtlich aus Brüssel gesteuerte beispiellose Hetzkampagne. Dabei fällt auf, dass vor allem regierungskritische Medien online und in den Sozialen Medien lautstark präsent sind.
Der ungarisch-amerikanische Journalist Boris Kálnoky, der heute am Mathias Corvinius Collegium (MCC) in Budapest Journalismus unterrichtet, sieht darin einen Beweis für die in Ungarn funktionierende Presse- und Meinungsfreiheit. Im Gespräch mit österreichischen Journalisten widersprach der frühere „Welt“-Mitarbeiter entschieden der Unterstellung, in Ungarn würde es kaum unabhängige Medien geben.
Kálnoky betonte, dass es heute mehr regierungskritische Medien im Land gebe als 2010, als Orbáns Fidesz-Partei an die Macht kam. Vor allem Online-Portale seien eher regierungskritisch eingestellt, insbesondere seit YouTube-Kanäle einen immer größeren Teil des Medienmarktes ausmachen.
Im Fernsehen überwiege der deutsche eher regierungskritische Sender RTL, stellte Boris Kálnoky fest. Auch der Impakt der regierungskritischen Medien auf den öffentlichen Diskurs in den Sozialen Medien sei messbar größer als der von regierungsnahen Medien. „Ungarn hat mehr Meinungsfreiheit als Deutschland!“, resümierte der Journalismus-Lehrer.