Trotz wachsender innerparteilicher Kritik nach dem neuerlichen Wahldebakel jetzt auch in Rheinland-Pfalz halten die SPD-Bundesvorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil an ihren Ämtern fest. „Wir werden jetzt nicht die zweitgrößte Regierungspartei in ein Chaos stürzen“, sagte Klingbeil nach einer Krisensitzung der SPD-Führung und verwies auf die Weltlage („zwei Kriege“). Bas und er hätten aber intern „eine sehr harte Debatte eingefordert“. Das bedeute auch, dass über Personal diskutiert werden müsse. Bas sagte, man wolle das Land und die SPD aber nicht mit Personaldebatten lahmlegen.
SPD-Insider vermuten, dass sich beide, Klingbeil und Bas, vorerst mit einem Bauernopfer retten wollen: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf!
Der scheidende Mainzer Ministerpräsident Alexander Schweitzer hatte seine Teilnahme an der Pressekonferenz in der Berliner SPD-Zentrale kurzfristig abgesagt. Klingbeil sagte, man habe den „katastrophalen Wahlabend“ in digitaler Anwesenheit Schweitzers ausgewertet. „Ich kann nicht verhehlen, dass die Bundes-SPD mir keinen Rückenwind gegeben hat“, sagte Schweitzer der in Ludwigshafen erscheinenden „Rheinpfalz“ verbittert.