Als Reaktion auf die rasant gestiegenen Öl- und Spritpreise gibt Deutschland 19,5 Millionen Barrel seiner strategischen Ölreserven frei, um den Markt zu entlasten. Außerdem sollen Erhöhungen der Spritpreise bis auf weiteres nur einmal täglich pro Tankstelle erlaubt sein. Auch Österreich hat seine Beteiligung an der von der Internationalen Energieagentur IEA geplanten Freigabe globaler Ölreserven bestätigt.
Hintergrund der Maßnahmen ist, dass der Transport von Öl aus den Förderregionen am Persischen Golf über die Straße von Hormus infolge des Iran-Krieges nahezu zum Erliegen gekommen ist. Berichte über dort gelegte Seeminen haben die Unsicherheit zusätzlich verstärkt. Folge: Nach einer vorübergehenden Beruhigung ziehen die Ölpreise wieder deutlich an. Am Mittwoch stieg der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl auf 92,31 Dollar. Das ist ein Plus von mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vortag.
Deutschland verfügt über strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage, um mögliche Versorgungsausfälle auszugleichen. Diese Reserven umfassen Rohöl sowie Mineralölerzeugnisse wie Benzin, Diesel und Kerosin. Das Rohöl lagert vorwiegend in unterirdischen Speichern in Norddeutschland und kann über Pipelines oder per Schiff zu den Raffinerien transportiert werden.
In der Vergangenheit wurden die Reserven bereits mehrfach freigegeben – u.a. während des Golfkriegs 1990/91 sowie zuletzt wegen des Ukraine-Konflikts.
Als ergänzende Maßnahme plant die Bundesregierung laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), Preiserhöhungen an den Tankstellen vorübergehend auf höchstens einmal täglich zu begrenzen. Preissenkungen sollen hingegen jederzeit möglich sein.