„Das ist ungeheuerlich!“: Sepp Müller (CDU) fordert nach Skandal-Papier lückenlose Aufklärung von CDU-Chef Schulze

Der politische Druck auf Sachsen-Anhalts CDU-Chef Sven Schulze wächst dramatisch: Nach Enthüllungen über den versuchten Fraktions-Maulkorb und verfassungswidrige Loyalitätsbekenntnisse schaltet sich nun auch der Kandidat für den CDU-Landesvorsitz, Sepp Müller, ein. Auf dem Kurznachrichtendienst X stellte sich Müller offen gegen das Vorgehen in der Magdeburger Landtagsfraktion, nannte den Zwang zu einer Anti-AfD-Erklärung „ungeheuerlich“ und mahnte unmissverständlich an: „Eine geheime Wahl ist geheim.“ Schulze müsse den verfänglichen Vorgang umgehend aufklären, da die Berichte aus den eigenen Reihen weit über das hinausgingen, was bisher an die Öffentlichkeit gedrungen sei.

Der verlangte Text hätte Abgeordnete unter Androhung des Mandatsverlusts dazu gezwungen, eidesstattlich zu versichern, keine Stimmen für den AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch abgegeben zu haben. Zwar räumte inzwischen der Abgeordnete Ulrich Thomas ein, das Papier vorgeschlagen zu haben, doch an den Eskalationen in der zerstrittenen Union ändert das wenig. Das diktatorisch anmutende Vorgehen sowie der geplante Fraktions-Boykott bei der anstehenden Ministerpräsidentenwahl stoßen in der Partei auf immer heftigeren Widerstand und treiben den Machtkampf an der Unionsspitze weiter auf an.

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