Parteidisziplin setzt sich durch: CDU wählt Merz mit 91 Prozent wieder!

Ein ehrliches Ergebnis war das wohl kaum: Die CDU hat Friedrich Merz zum Auftakt des Landtagswahljahres 2026 mit zu erwartender großer Mehrheit als Parteichef wiedergewählt. Beim Parteitag in Stuttgart stimmten 878 Delegierte (91 Prozent) für ihn. Vor zwei Jahren war Merz mit 89,8 Prozent der Stimmen gewählt worden. Ein Beobachter kommentierte am Rande des Parteitages mit Blick auf die baden-württembergische Landtagswahl, der ersten von insgesamt fünf Landtagswahlen in diesem Jahr: „Gesiegt hat die Parteidisziplin.“

In seiner kraftlosen gut einstündigen Parteitagsrede hatte Merz die Union zu Zuversicht und Mut aufgerufen. Unterbrochen von Pflichtbeifall betonte der CDU-Chef die Herausforderungen durch den geopolitischen Wandel, forderte ein starkes Deutschland und Europa, bekräftigte mit den üblichen Floskeln, man stehe an der Seite der Ukraine. Nicht zu vergessen das Merz’sche „Brandmauer“-Mantra: Man werde Mehrheiten ausschließlich „in der politischen Mitte“ (also links) suchen.

Merz am Rande der Hybris: Vor Beginn seiner Rede ließ der Kanzler eine Konrad-Adenauer-Videoshow abspielen. Sie zeigte den Nachkriegskanzler, wie er anpackte, um das zerstörte Deutschland wieder aufzubauen. Merz betonte, Adenauer weise mit seinem „Vermächtnis“ auch heute noch „den Weg in die Zukunft“. Was in der Übersetzung wohl so viel heißen sollte wie: Ich bin der wahre Enkel Adenauers!

Die Vorstandswahlen hatten sich am Nachmittag wegen technischer Probleme mit dem elektronischen Zählsystem verzögert. Die rund 1.000 Delegierten mussten analog auf Wahlzetteln abstimmen.

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