Laut „Spiegel“ war die CIA in die Sprengung der Nord Stream Gaspipeline in der Ostsee im September 2022 eingeweiht. Agenten des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes und ukrainische Saboteure hätten sich bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022 getroffen. Dabei sei der geplante Anschlag mit dem Codenamen „Operation Diameter“ detailliert erörtert worden.
Die Amerikaner sollen sich dem Bericht zufolge offen für die Idee gezeigt und das Vorhaben in der frühen Planungsphase wohlwollend begleitet haben. Letztlich habe „ein ukrainischer Privatmann“ die Aktion finanziert: 300.000 US-Dollar für Ausrüstung, Sprengstoff und die Miete der Segeljacht, von der aus die Taucher die Sprengsätze an den Pipelines anbrachten. Eine CIA-Sprecherin wies den Bericht, wie nicht anders zu erwarten, als „komplett und völlig falsch“ zurück.
Zur Erinnerung: Zwei Wochen vor Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022 hatte der damalige US-Präsident Joe Biden bei einem Besuch von Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Washington gedroht, wenn Russland in die Ukraine einmarschiere, „wird es kein Nord Stream 2 mehr geben“. Auf die Frage, wie er das bei einem deutsch-russischen Projekt bewerkstelligen wolle, sagte Biden: „Ich verspreche Ihnen, dass wir es schaffen werden.“
Russland pocht weiterhin auf eine umfassende internationale Untersuchung der Sabotageakte auf die Hauptschlagader der deutschen Energieversorgung. Dies vor allem im Hinblick auf eine zumindest Mittäterschaft der USA, wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa kürzlich betonte. Moskau werde das westliche Narrativ, dass Kiew allein hinter der Sprengung der Nord Stream-Pipelines stehe, nicht akzeptieren.