Die Bundespolizei schlägt Alarm: Neue Zahlen belegen eine erschreckende Zunahme der Gewalt im deutschen Bahnverkehr. In Bahnhöfen und auf Zügen wurden im vergangenen Jahr mehr als 5.600 Gewaltdelikte registriert – darunter 980 Messer- sowie rund 2.200 Sexualdelikte. Die Daten bestätigen erneut die starke Dominanz nichtdeutscher Tatverdächtiger gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil.
Ausländer treten demnach bei Sexualstraftaten achtmal, bei Messerangriffen sechsmal und bei sonstigen Gewalttaten fünfmal häufiger in der Statistik auf als deutsche Staatsangehörige und als es ihrem Bevölkerungsanteil (15 Prozent) entspricht.
▶ Zehn Hauptbahnhöfe gelten nach der bundespolizeilichen Auswertung als Brennpunkte der Gewaltkriminalität. An der Spitze steht Leipzig mit 859 registrierten Gewaltdelikten im vergangenen Jahr, gefolgt von Dortmund (735) und Berlin (654). Dahinter kommen Köln, Hannover, Hamburg, München, Nürnberg, Frankfurt am Main und Düsseldorf. Zusätzlich zählte die Bundespolizei 5.660 Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte im Bahnbereich.
▶ Im neuen Lagebericht der Bundespolizei heißt es: „Wegen der prekären Lage an den Bahnhöfen hält die Bundespolizei an ihrer Strategie fest, kein Personal von den Grenzen abzuziehen. Das würde die Situation noch verschlimmern, weil dort die illegale Zuwanderung erneut steigen könnte.“
Die Bundespolizei legte die neuen Zahlen nur zwei Wochen nach der brutalen Attacke auf den 36 Jahre alten Schaffner Serkan C. vor. Der Zugbegleiter war bei einer routinemäßigen Fahrkartenkontrolle am 2. Februar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz tödlich verletzt worden. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen griechischen Staatsbürger, der aber laut im Internet kursierender Hinweise syrischer Abstammung sein soll. Das Opfer starb im Krankenhaus an einer Hirnblutung infolge stumpfer Gewalt gegen den Kopf.
Acht Angriffe auf Bahnpersonal pro Tag
Die Deutsche Bahn zählte im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Angriffe auf ihr Personal. Das seien etwa acht pro Tag, teilte ein Sprecher des Konzerns mit. Die Hälfte der Angriffe betrifft dem Bahnsprecher zufolge das Zugpersonal im Regionalverkehr. Aber auch Reinigungskräfte oder Servicekräfte am Bahnhof werden immer öfter Ziel von Angriffen.
Bodycams für Schaffner
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Bahnchefin Evelyn Palla sowie Vertreter von Polizei und Gewerkschaften beschlossen nach dem jüngsten tödlichen Zwischenfall Sofortmaßnahmen: Zugbegleiter sollen künftig flächendeckend mit Bodycams ausgestattet werden. Zusätzlich sind Notrufknöpfe geplant, um Einsatzkräfte schneller alarmieren zu können. Außerdem soll die Videoüberwachung an Bahnhöfen massiv ausgebaut werden. Die Finanzierung ist allerdings noch offen.