Die Technische Universität Chemnitz hat dem Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) den Doktortitel in Philosophie („Dr. phil“) aberkannt. Das teilte die Staatskanzlei in Erfurt mit. Voigt kündigte Klage vor dem zuständigen Verwaltungsgericht an. Die Entscheidung der Philosophischen Fakultät sei nicht nachvollziehbar, wehrte sich der CDU-Politiker. Der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit sei von den Vorwürfen nicht betroffen.
„Plagiatsjäger“ hatte Voigt angezeigt
Im Sommer 2024 hatte sich der österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber an die Hochschule gewandt und Voigt wegen vermeintlicher Plagiate in dessen Doktorarbeit angezeigt. Der sogenannte „Plagiatsjäger“ ist gefürchtet, weil er akademische Arbeiten von Prominenten und Politikern auf abgekupferte Stellen hin überprüft. Die TU Chemnitz äußerte sich bislang nicht zu dem Vorgang.
Voigt hatte 2008 mit der – größtenteils in den USA erstellten – Doktorarbeit „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“ promoviert. Doktorvater ist der Chemnitzer Politikwissenschaftler Eckhard Jesse, der für sein umstrittenes Bild des Hufeisens für Links- und Rechtsextremismus bekannt wurde. Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, waren bereits in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen.