Nestbeschmutzer nennt man gemeinhin Menschen, die das soziale, wirtschaftliche, politische Umfeld/System, in dem und in diesem Fall von dem sie leben, in den Dreck ziehen. Eine besonders üble Spezies dieser Gattung sind Typen wie Friedrich Merz (CDU), die im Ausland und auf offener Weltbühne über das eigene Land herziehen. Am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos warf der Kanzler den Deutschen vor, sie seien zu faul. DK-Gastautor Einar Koch rechnet mit ihm ab.
VON EINAR KOCH*
Was Merz in Davos wirklich meinte, war: Die Deutschen sollen mehr arbeiten – für noch mehr linke Umverteilung! Ein Wachstum von 0,2 Prozent sei „natürlich nicht zufriedenstellend“, sagte er. Als zentrales Problem nannte der Kanzler in den Schweizer Alpen nicht die linksgrüne Deindustrialisierungspolitik im Zuge des Energiewende-Irrsinns, sondern die Produktivität: „Die Deutschen sind es gewohnt, 200 Stunden weniger zu arbeiten als unsere Schweizer Kollegen.“
Ausgerechnet Merz, der ausweislich von im Netz kursierenden Videos beim Eintippen in seinen Laptop kaum die Tasten findet, wirft den Deutschen vor, sie seien zu langsam. Wie der Einpeitscher auf einer Sklaven-Galeere treibt er die Deutschen zu mehr Arbeit an – für einen Gier-Staat, in dem die linke Umverteilung in Gestalt von Sozialausgaben, Steuern und Abgaben im gerade begonnenen Jahr einen neuen exzessiven Höchststand erreichen wird!
Die Sozialausgaben in Deutschland haben sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt und erreichten zuletzt mit 2.665 Euro pro Bürger eine inflationsbereinigte Rekordhöhe. Die Sozialleistungsquote liegt bei über 30 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Dieser wichtige volkswirtschaftliche Indikator stellt das Volumen der gesamten Sozialausgaben eines Landes (Rente, Gesundheit, Stütze, Arbeitslosigkeit) im Verhältnis zu seiner Wirtschaftskraft dar.
Die Staatsquote ist auf über 50 Prozent gestiegen. Diese wichtige Kennziffer zeigt, wie groß der Anteil der staatlichen Ausgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung eines Landes ist. Zum Vergleich: In den Wirtschaftswunderjahren lag die Staatsquote bei gerade einmal 30 Prozent.
Schon bald gehen Zweidrittel vom Lohn für den Staat drauf
Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung sagt für die kommenden Jahre eine drastische Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge voraus. Im Klartext: Abzüglich Steuern werden Arbeitnehmer immer weniger nach Hause bringen – und davon geht immer mehr für Ökosteuern und schwindelerregende Energiepreise infolge des Sanktions-Irrsinns drauf! Zusammen mit der Lohnsteuer drücken die Deutschen dann bis 2035 von jedem Euro Verdienst nicht nur die Hälfte sondern zwei Drittel und mehr an den Gier-Staat bzw. die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab. Schon jetzt bleiben den Deutschen von jedem dazuverdienten Euro im Schnitt nur noch etwas mehr als 47 Prozent übrig.
Keine statistische Kennziffer drückt das zunehmende Missverhältnis von Netto und Brutto besser aus als der vom Bund der Steuerzahler jährlich ermittelte „Steuerzahlergedenktag“. Er fiel im vergangenen Jahr auf den 13. Juli. Bis zu diesem Tag, also länger als ein halbes Jahr, arbeiteten die Deutschen nur für den Staat.
Rollgriff des Staates in unsere Taschen
CO2-Abgabe, Steuern, Sozialabgaben – der Rollgriff des Staates in unsere Taschen erstickt inzwischen jede Leistungsmotivation, derweil die Arroganz der deutschen Politikerkaste ihresgleichen sucht. Ein geschlossener Zirkel, der nicht nur von unseren Steuergeldern lebt, sondern sie hemmungslos verprasst und sich auf Podien gegenseitig applaudiert. Die immer absurderen Beispiele deutscher Entwicklungshilfeprojekte sprechen ebenso Bände wie Baerbocks „Sex in the City“-Selbstinszenierung auf Steuerzahlerkosten und die Selbstverliebtheit ihres Nachfolgers im Auswärtigen Amt Johann Wadephul (CDU), der sein Porträtfoto in allen deutschen Botschaften und Konsulaten aufhängen lässt.
„A4 Hochformat, Schriftsatz Arial 16 Punkt“
Sprechen ebenso Bände wie eine Wirtschaftsministerin (Katherina Reiche, CDU), deren größte Sorge laut einem internen Papier die Formatierung und Schriftgröße ihrer Reden ist („ohne Aufzählungszeichen, linksbündig“; „ausführliche Punktation“; „A4 Hochformat, Schriftsatz Arial 16 Punkt, Zeilenabstand 1,5“).
Friedrich Merz aber blickt aus 1.560 Metern Davos-Höhe verächtlich auf jene herunter, die morgens (noch immer) aufstehen, arbeiten, Steuern und Abgaben zahlen und dabei immer tiefer abrutschen. Seine Botschaft: Mehr arbeiten, aber ansonsten bitte die Fresse halten!
*Einar Koch, Jahrgang 1951, war von 1992 bis 2003 Leiter der Parlamentsredaktion der „Bild“-Zeitung in Bonn und Berlin, Politik-Chef des Blattes und zuletzt Politischer Chefkorrespondent.
