Spätestens Ende 2027 will die EU vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Das sieht eine Einigung zwischen Vertretern der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments vor. Die neuen Regeln sollen bereits bestehende Sanktionen mit Einfuhrbeschränkungen ergänzen.
Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf Grundlage von langfristigen Verträgen bis spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Ausnahmen sind für Binnenländer wie Ungarn und die Slowakei vorgesehen, die kurzzeitig noch länger Erdgas aus Russland beziehen dürfen sollen. Beide Länder sind in hohem Maße von russischen Erdgaslieferungen abhängig. Schon mehrfach haben Ungarn und die Slowakei den Sanktions-Irrsinn der EU deshalb blockiert.
Mit Blick darauf lässt der neue Sanktions-Irrsinn denn auch eine Hintertür offen, falls die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer Mitgliedstaaten ernsthaft gefährdet sein sollte. Bei einem solchen Notstand könnte die EU-Kommission den betroffenen EU-Ländern erlauben, Einfuhrverbote für Gas auszusetzen.