In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geht die blanke Panik vor dem Exodus um. Der Absturz der Union in den Umfragen hätte für viele Abgeordnete konkrete, existenzbedrohende Folgen, sollte es zu vorzeitigen Neuwahlen kommen. 69 von derzeit 208 Unions-Abgeordneten, also ein Drittel, würden Stand jetzt den Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag verpassen. Die unsägliche Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) wäre voraussichtlich auch betroffen.
Die Zahlen stammen aus einer externen Modellrechnung von Focus online. Abgeglichen wurden dafür die Umfragedaten des Portals „Polling Forecast“ (Stand: 9. Oktober 2026) mit dem neuen Bundestagswahlrecht und den aktuellen Landeslisten von CDU und CSU. Unions-Insider sprechen von einem „dramatischen Befund“. Die Zahlen seien derzeit ein Hauptgesprächsthema in der Fraktion.
Drohender Exodus: Wut auf Merz steigt!
Hintergrund: Das Direktmandat, wie man es von vergangenen Wahlen her kennt, gibt es nicht mehr. Damit entfallen auch Überhang- und Ausgleichsmandate. Weil Direktmandate nicht mehr garantiert sind, wenn die nötige Zweitstimmendeckung fehlt, geraten reihenweise etablierte Unions-Karrieren ins Wanken. In den ostdeutschen Ländern droht der CDU sogar der totale Verlust direkt gewonnener Wahlkreise.
Laut der zugrunde liegenden Modellrechnung, über die Focus Online berichtet, wären sowohl Ex-Parteichef Armin Laschet als auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (beide CDU) direkt von einem Mandatsverlust betroffen.
Die alarmierenden Berechnungen dürften den Druck auf Kanzler Friedrich Merz (CDU) erhöhen. Denn: Wenn Abgeordnete erkennen, dass die „Brandmauer“-Politik sie die eigene Existenz in Berlin kostet, werden sie zu einem unberechenbaren Faktor.
Immer deutlicher zeigt sich: Das Fundament der Union ist an allen Ecken und Enden brüchig. Der drohende Exodus von 69 Mandatsträgern spricht eine deutliche Sprache.