Erst Mario Voigt, jetzt Karsten Wildberger: „Bundesdigitalminister“ lässt Reden und Gastbeiträge von KI schreiben

„Künstliche Intelligenz ersetzt keinen Handwerksmeister“, verkündete „Digitalminister“ Karsten Wildberger gerade auf einer Meisterfeier des Düsseldorfer Handwerks. Einen Bundesminister möglicherweise aber schon. Am gleichen Abend veröffentlichte eine Hamburger Wochenzeitung die Ergebnisse einer Analyse von Wildbergers Reden und Gastbeiträgen. Ergebnis: Etliche öffentliche Texte des „Digitalministers“, Gastbeiträge in großen Zeitungen sowie Reden, wurden offenkundig von KI-Programmen verfasst.

Er nutze KI-Chatbots als „Hilfsmittel“ und „Sparringspartner“, wiegeln der Minister und sein Ministerium ab. Der Haken: Wildbergers fragliche Texte sind laut Analyse nahezu vollständig oder sogar zu hundert Prozent von Maschinenprogrammen geschrieben. Und ausdrücklich auf die KI-Unterstützung hingewiesen hatte der Minister in seinen Texten ebenfalls nicht.

Die „FAZ“ hat vor wenigen Tagen erst einen Gastbeitrag des Thüringer CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt aus eben diesem Grund von ihrer Netzseite genommen: Weil er von KI erstellt und nicht gekennzeichnet war, wie so vieles, was der Erfurter Ex-„Doktor“ öffentlich verbreiten lässt.

Der Berliner „Tagesspiegel“ hat seinen „Editor at Large“, den früheren Chefredakteur und Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff, beurlaubt, weil er Kommentare von einem KI-Instrument schreiben ließ und nicht entsprechend markierte. Dass ein Mitglied der Merz-Regierung wegen Falschverhaltens beurlaubt werden könnte, ist selbstverständlich nicht zu erwarten.

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