Machtpoker in der Union um Steinmeier-Nachfolger: CSU-Chef Söder schlägt Aigner vor – „Tolle Sache“

Nachdem CSU-Chef Markus Söder die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) auf dem Münchner Parteitag der Christsozialen offiziell als künftige Bundespräsidentin vorgeschlagen hat, bahnt sich in der Union Streit um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier an.

CDU-Chef Friedrich Merz habe sich noch nicht festgelegt, wolle sich aber von Söder nicht das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lassen, hieß es aus Unions-Kreisen in Berlin.

Aigner wäre die erste Frau im höchsten Staatsamt. Söder setzt die CDU damit psychologisch unter Druck: Wer Aigner ablehne, müsse erklären, warum er eine Frau verhindere.

ABER: Söders Vorstoß erfolgte mit angezogener Handbremse. Er nannte es lediglich eine „tolle Sache“, wenn Aigner Bundespräsidentin würde, er würde ihr das Amt „gönnen“. Söders gönnerhafte Formulierung hörte sich allerdings nicht wie eine bedingungslose Forderung an, so der Eindruck vieler Beobachter auf dem CSU-Parteitag. Der CSU-Chef habe sich nicht gerade für Aigner verkämpft.

Spekuliert wird deshalb, dass sich Söder noch immer die Option auf das Kanzleramt offenhalten wolle – wohlwissend, dass zwei Christsoziale in den höchsten Ämtern nicht gehen.

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