Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) und sein „Ehemann“, der Lobbyist Daniel Funke, sind nach eigenen Angaben Eltern eines Sohns mit dem Namen Georg geworden. Das Kind ist nach Spahns verstorbenem Vater benannt. Der genetische Vater des Kindes ist Daniel Funke. Das Kind wurde unter Umgehung deutschen Rechts von einer Leihmutter in den USA ausgetragen und geboren.
Bereits im April hatten der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck, Sucht- und Drogenbeauftragter der Bundesregierung, und sein „Ehemann“ Paul Zubeil ebenfalls ihre Elternschaft öffentlich bekanntgegeben.
In Deutschland sind Leihmutterschaften nach dem Embryonenschutzgesetz streng verboten. Sowohl die künstliche Befruchtung zu diesem Zweck als auch die Vermittlung einer Ersatzmutter stehen unter Strafe. Die austragende Frau gilt rechtlich immer als die Mutter des Kindes.
„Gemieteter Mutterbauch“
Auch Spahn hattte sich als CDU-Politiker mehrfach entschieden gegen Leihmutterschaften ausgesprochen und die Parteilinie vertreten, die Leihmutterschaft in Deutschland strikt ablehnt. Auch persönlich äußerte er sich in der Vergangenheit skeptisch dazu. In einem Beitrag für das Magazin GQ schrieb er 2015, dass er sich als schwuler Mann und Christ nur sehr schwer mit der Idee eines „gemieteten Mutterbauchs“ anfreunden könne.
Birgit Kelle: Streicht das „C“ aus eurem Namen!
Die konservative Publizistin Birgit Kelle kritisierte beide CDU-Politiker auf X scharf: „Ich bin jetzt fertig mit euch @CDU. Mit Jens Spahn und Hendrik Streeck sind das jetzt innerhalb weniger Monate zwei schwule CDU-Abgeordnete, die das deutsche Leihmutterschaft-Verbot umgehen und sich in Übersee ein Kind besorgen. Welches Beispiel ist das als Vertreter der Legislativen: Gesetze werden gemacht, aber sie gelten nicht für uns? Soll doch das Volk sich dran halten, denn wir haben Geld und kaufen uns Kinder im Ausland?“
Weiter fragt Birgit Kelle: „ Frauen als Brutkästen benutzen ist ok, solange man es im Ausland macht und nicht auf deutschem Boden?“
In aller Schärfe wird die Publizistin noch deutlicher: „Leihmutterschaft ist innerhalb der EU auf eine Stufe mit Menschenhandel und organisierter Kriminalität gestellt worden, gerade erst verurteilte die UN-Berichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Kinder die globale Praxis als Ausbeutung von Frauen und Handel von Kindern. Es ist ja nicht gerade gut bestellt mit der Glaubwürdigkeit der CDU. Aber wenn es hier wieder das gleiche betretene Schweigen gibt wie nach dem ‚Baby-Glück‘ des Kollegen Streeck, dann bitte streicht das C aus dem Parteinamen und lasst es einfach.“