Die sogenannte Weltuntergangsuhr („Doomsday Clock“) steht seit Januar 2026 auf einer Minute und 25 Sekunden vor Mitternacht. Das ist der kritischste Stand seit ihrer Einführung 1947. Trotz zweier Kriege mit hohem Eskalationspotential (Nahost, Ukraine) und zunehmender Kriegsrhetorik westlicher Politiker verzeichneten die traditionellen Ostermärsche 2026 nur mäßigen Zulauf.
In über 70 deutschen Städten fanden am Osterwochenende Demonstrationen für den Frieden statt. Größere Kundgebungen gab es unter anderem in Berlin, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Von der hohen Zeit der Ostermärsche in Deutschland, als sich Hunderttausende an ihnen beteiligten, ist man trotz der sich verschärfenden Weltlage, beschleunigter sogenannter „Kriegsertüchtigung“ in Deutschland und Reizthemen wie Wehrpflicht sowie der Gefahr einer unmittelbaren Beteiligung Deutschlands am Ukraine-Krieg weit entfernt.
In der Hauptstadt Berlin stand der diesjährige Ostermarsch unter dem sperrigen Motto „Kriegstüchtig und siegfähig? Abbau des Sozialstaats? UN-Charta in den Müll? Nicht in unserem Namen!“ Es kamen gerade einmal 1.600 Menschen.
Nicht viel anders sah es in der bayerischen Landeshauptstadt München aus, wo das Motto „Völkerrecht statt Faustrecht – Gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit!“ lautete. Laut Medienberichten versammelten sich etwa 2.000 Menschen. In Stuttgart waren es mit rund 3.000 Teilnehmern etwas mehr. An anderen Orten hingegen waren es deutlich weniger Teilnehmer, in Duisburg laut Polizei nur 300 Protestler.
Am Ostermontag sind weitere Demonstrationen für Frieden und Abrüstung unter anderem in Dresden und Hamburg angemeldet.
Organisiert werden die Ostermärsche von wechselnden Koalitionen aus linken Parteien, Gewerkschaften, außerparlamentarischen Gruppen und Organisationen sowie unabhängigen Initiativen. Im Vergleich zu früheren Ostermärschen beteiligen sich christliche Gruppen eher seltener.