Kann ER die Drei-Prozent-Sekte retten? Kubicki will für FDP-Vorsitz kandidieren

Das „Totenglöcklein“´, das „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein seiner Partei, der FDP, einst geläutet hatte, ist zum Sturmgeläut geworden: Die Partei ist aus dem Deutschen Bundestag und fast allen 16 Landesparlamenten geflogen. Jetzt will FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki neuer Bundesvorsitzender der laut Umfragen Drei-Prozent-Sekte werden.

Kann der Ex-Bundestags-Vizepräsident die FDP mit einem betont national-liberalen Kurs nach dem Vorbild des legendären 60er Jahre-Parteichefs, Ritterkreuz-Träger Erich Mende (Spitzname „Panzer-Mende“), retten?

In der FDP überstürzen sich die Ereignisse. Der bisherige FDP-Chef Christian Dürr kündigte Ostern an, nicht erneut zu kandidieren. Er werde stattdessen auf dem Parteitag Ende Mai die Kandidatur seines Stellvertreters  Kubicki aus Schleswig-Holstein unterstützen.

„Bin nicht die Zukunft“

Die FDP war zuletzt im März in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg aus beiden Landtagen geflogen. Die Partei dürfe nicht in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwinden, sagte Kubicki dem NDR Schleswig-Holstein. Er sei zwar mit 74 Jahren nicht die Zukunft, aber er wolle, dass die FDP überhaupt noch eine Zukunft habe. Er wolle eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten anführe, schrieb Kubicki auf Facebook.

Die FDP-Europaabgeordnete und Kriegstreiberin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre zunächst angekündigte Kandidatur inzwischen zurückgezogen, sprach sich aber entschieden gegen Kubicki als Parteichef aus: Es sei nicht die Zeit für „alte Schlachtrösser“.

Der Landeschef der FDP in Baden-Württemberg, Hans-Ulrich Rülke, forderte einen radikalen Neuanfang für die sogenannten Liberalen. Dem Portal „The Pioneer“ sagte er: „Es darf hier keine Denkverbote geben. Bis hin zu einem neuen Parteinamen.“

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