Die Welt atmet erleichtert auf – zumindest fürs erste: 90 Minuten vor Ablauf seines knallharten Iran-Ultimatums verkündete US-Präsident Donald Trump in der Nacht auf seiner Plattform Truth Social eine zwei Wochen lange Waffenruhe beider Seiten. Bedingung: Die für die globale Energieversorgung strategisch wichtige Straße von Hormus müsse „vollständig, unmittelbar und sicher“ wieder geöffnet werden. Der Iran sagte zu.
Die Ankündigung des US-Präsidenten kam 90 Minuten, bevor das unerbittliche Trump-Ultimatum für das Mullah-Regime in Teheran auslaufen sollte. Zuvor hatte Donald Trump die Auslöschung einer „ganzen Zivilisation“ angedroht, sollte es bis 20 Uhr Washingtoner Zeit keine Einigung mit der iranischen Seite geben.
Die ultimative Warnung des US-Präsidenten, dass dann über den Iran „die Hölle hereinbrechen“ werde, sollte ihre Wirkung nicht verfehlen. Es dauerte nicht lange, bis der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in einer Stellungnahme seine Zustimmung zu einer Waffenruhe bekanntgab. Teheran sei bereit, zwei Wochen lang eine sichere Durchfahrt der Straße von Hormus zu garantieren.
„Unterschätzt niemals Trump“
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wertete die Waffenruhe als einen „Sieg“ für Trump. Man dürfe den amerikanischen Präsidenten „niemals unterschätzen“, wenn es darum gehe, die Interessen der USA zu wahren und Frieden zu ermöglichen.
Was steht in dem Friedensplan?
Trump zufolge haben sich Washington und Teheran auf einen von der iranischen Seite vorgelegten Zehn-Punkte-Plan in „fast allen“ Punkten geeinigt. Man sei „sehr weit fortgeschritten“ auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Das Abkommen solle in den kommenden zwei Wochen unterschrieben werden.
Bereits Anfang der Woche waren laut „Wall Street Journal“ Teile des iranischen Zehn-Punkte-Planes durchgesickert, den Trump als eine gute „Arbeitsgrundlage“ bezeichnet hatte. Dieser sieht demnach Reparationszahlungen und die Aufhebung aller Sanktionen gegen den Iran vor. Außerdem solle Teheran künftig Uran für sein ziviles Atomprogramm anreichern dürfen.
In Medienberichten war zudem die Rede von einer Maut in Millionenhöhe für die Schiffspassage der Straße von Hormus, die sich der Iran mit Oman auf der anderen Seite der Meerenge teilen wolle.
Trump: „Es ist mir eine Ehre…“
Offenbar spielte der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif Trump eine wichtige Vermittlerrolle. Er hatte an Trump appelliert, die angekündigten massiven Angriffe auf die Verkehrs- und Energieinfrastruktur des Iran um weitere zwei Wochen zu verschieben. Nach der Bekanntgabe der Waffenruhe durch Trump teilte Sharif auf X mit, er sei erleichtert und erfreut. Die Waffenruhe gelte „überall, auch in Libanon und anderswo“. Dem widersprach Israel.
Dessen ungeachtet betonte Donald Trump, die USA hätten ihre militärischen Ziele nicht nur erreicht sondern übertroffen. Der US-Präsident wörtlich: „Es ist mir eine Ehre als Präsident, dass dieses Langzeitproblem kurz davor steht, gelöst zu werden.“