Einmal mehr ist die statistische Propagandalüge von einer Inflationsrate angeblich nur im unteren einstelligen Bereich widerlegt: Von 2.140 Euro mehr Gehalt/Lohn im Jahr bleiben den Deutschen tatsächlich nur 580 Euro an realem Mehrwert übrig, also gerade einmal ein gutes Viertel. Rund Dreiviertel vom jährlichen Einkommensplus frisst die Inflation. Das berichtet „Focus“ auf Basis von Daten der Plattform „Kununu“.
Die Bruttolöhne sind zuletzt kräftig gestiegen – doch wie viel kommt davon wirklich im Portemonnaie an?
Die Datenlage ist dem Bericht zufolge ernüchternd: Was Steuern und Abgaben noch übrig lassen, wird weitestgehend von der Inflation aufgefressen. Die 2007 gegründete Plattform „Kununu“ gehört zu XING und bietet Einblicke u.a. in die Lohndaten von rund 730.000 Arbeitgebern.
▶ Am deutlichsten wird der Kaufkraftverlust am Beispiel des sogenannten Medianlohns. Der Medianlohn ist der Bruttoverdienst, der exakt in der Mitte aller Lohnzahlungen liegt: 50 Prozent der Beschäftigten verdienen mehr, 50 Prozent weniger. Er gilt als realistischer Wert für das typische Einkommen, da er anders als der Durchschnittslohn nicht durch extrem hohe Gehälter verzerrt wird.
▶ In Deutschland lag der Median-Bruttojahresverdienst für Vollzeitbeschäftigte 2025 bei 54.066 Euro, gut 2.000 Euro mehr als im Vorjahr 2024. Doch ein großer Teil dieses Zuwachses verpufft durch die gestiegenen Preise. Rechnerisch ergibt sich beim Medianlohn zwar ein Anstieg von rund 3,7 Prozent, aber gleichzeitig lag die (offizielle) Inflation zuletzt bei 2,7 Prozent. Unterm Strich bleibt damit nur ein rechnerisches (!) Plus von etwa einem Prozent Kaufkraft.
Aber auch diese Rechnung ist eine Milchmädchenrechnung, weil der Verbraucherpreisindex auf Basis eines sogenannten „Warenkorbs“ mit rund 700 gewichteten Warenarten und Dienstleistungen berechnet wird – von A wie Abendkleid über B wie Bügelbrett, L wie Linoleumboden, O wie Oper, S wie Surfbrett bis Z wie Zimmerpflanzen. Alles Dinge, die im Alltag von „Otto Normalverbraucher“ überwiegend keine oder kaum eine Rolle spielen. Die wirkliche Geldentwertung bekommen Verbraucher und Autofahrer in der Realität des Alltags zu spüren – an der Supermarkttheke und ganz aktuell beim Tanken!
Arbeit lohnt sich – für das Finanzamt!
Aber selbst, wenn man nur mit der zuletzt auf 2,7 Prozent gestiegenen offiziellen Inflation rechnet, ist das Ergebnis schockierend:
▶ Niedriglöhnern (35.234 Euro/Jahr) bleiben real nur rund 350 Euro jährlich mehr.
▶ Mittlere Verdiener (44.687 Euro) kommen real gerade einmal auf ein Plus von 450 Euro.
▶ Der sogenannten „oberen Mitte“ (57.875 Euro) bleiben real 580 Euro mehr.
▶ Sogenannte „Gutverdiener“ (75.042 Euro) bringen es real auf 750 Euro mehr.
Hinzu kommt: Viele Preise bleiben dauerhaft hoch, selbst wenn die Inflation rechnerisch wieder sinken sollte. Denn eine (angenommen) auf zwei Prozent sinkende Inflation sind noch immer zwei Prozent mehr als im Vorjahr – und das auf einem horrenden Preisniveau.
FAZIT: Arbeit lohnt sich trotzdem – vor allem für den Gier-Staat!