Deutscher Top-Philosoph rechnet mit dem Gesinnungsstaat ab: „Wenn man gegen Gendern ist, gilt man schon als Faschist!“

Rüdiger Safranski ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller und zeitgenössischen Philosophen. Seine Werke u.a. über Schopenhauer, Nietzsche und Heidegger gelten als wegweisend. Im Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) rechnete der 81-Jährige gnadenlos mit dem deutschen Gesinnungsstaat ab.

Demokratie: „Man hat sich angewöhnt, von ,unserer Demokratie‘ zu sprechen“, sagt Safranski. Diesen Begriff empfindet er als ausgrenzend. Safranski mahnt, dass zur Demokratie das gesamte politische Spektrum gehöre – von ganz links bis ganz rechts.

Meinungsfreiheit: Safranski warnt vor einer zunehmenden Polarisierung im politischen Diskurs. Begriffe würden verzerrt, historische Maßstäbe würden verlorengehen – mit gefährlichen Folgen für die Meinungsfreiheit: „Wenn man gegen das Gendern ist, gilt man ja schon fast als Faschist!“

„Brandmauer“: Besonders scharf verurteilt der Philosoph die Ausgrenzung der AfD durch die Altparteien: „Die Politik der Brandmauer ist absolut fatal!“ Die CDU habe sich so ihrer politischen Spielräume selbst beraubt und in Koalitions-„Geiselhaft“ der SPD begeben. Er sei kein Sympathisant der AfD, aber die Partei gehöre unzweifelhaft in das demokratische Spektrum, betonte Safranski und zieht einen historischen Vergleich zur Berliner Mauer.

Denn: Sollte es im September bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bzw. Mecklenburg-Vorpommern zu AfD-Mehrheiten kommen, würde dies zu einer „absurden Situation“ in Deutschland führen. Dann werde die Brandmauer „zur neuen Berliner Mauer, bloß vom Westen her errichtet – eine Brandmauer, die gegen die neuen Bundesländer steht. Es ist ein Wahnsinn, in den man sich da hineinbegeben hat!“

Neueste Beiträge

Beliebteste Beiträge

Ähnliche Beiträge