Stimmen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: Der Südwesten wählt Schwarz-Blau und bekommt „Grün“!

Das vorläufige Endergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeigt: Die Menschen im Südwesten wollten mehrheitlich Schwarz-Blau, bekommen aber mit Ökosozialist Cem Özdemir wieder einen „grünen“ Ministerpräsidenten. Die AfD mit Spitzenkandidat Markus Frohnmaier verdoppelt ihr Ergebnis und holt mit 18,8 Prozent ihr bislang bestes Landtagswahlergebnis im Westen. Sie ist der wahre Wahlsieger! Medienstimmen zum Ausgang der ersten Landtagswahl in diesem Jahr.

Ralf Schuler zieht auf „NiUS“ folgende Bilanz: „Baden-Württemberg wählt Schwarz-Blau und bekommt Grün. Die Landtagswahl hat das Bild einer inhaltlich entkernten, defensiven und wankelmütigen Union hinterlassen, die keine Kampfkraft mehr auf die Straße bringt…“

Die „Junge Freiheit“ kommentiert das desaströse Abschneiden der SPD, die mit 5,5 Prozent fast aus dem Landtag geflogen wäre: „Baden-Württemberg ist bereits das sechste Bundesland, in dem die Sozialdemokraten nur noch einstellige Ergebnisse einfahren. Thüringen (6,1 Prozent), Sachsen (7,3 Prozent), Bayern und Sachsen-Anhalt (jeweils 8,4 Prozent) waren die Vorgänger. Und es ist gut möglich, dass die SPD in Sachsen-Anhalt, wo in einem halben Jahr gewählt wird, noch schlimmer ‚unter die Räder‘ kommt, nämlich tatsächlich an der Fünfprozenthürde scheitert.“

Der „Weser-Kurier“ aus Bremen sorgt sich: „Für die SPD hingegen muss das Resultat knapp über der Fünf-Prozent-Hürde ein schrilles Warnsignal sein. Sie droht zu einer nordwestdeutschen Regionalpartei zu werden.“

Das liberal-konservative Portal „Tichys Einblick“ sieht die zentrale Bedeutung des Landtagswahlergebnisses ebenfalls im dramatischen Absturz der SPD, aber auch im „parlamentarischen Ende der FDP in ihrem einstigen Kernland“.

Diesen Aspekt hebt auch das Portal „Apollo-News“ hervor: „FDP adé – eine unsichtbare Partei geht den letzten Schritt ins Grab.“

Die „Heilbronner Stimme“ sorgt sich um die Wirtschaft im Südwesten und seufzt: „Jetzt geht es also mit Grün-Schwarz weiter. Man muss sich zusammenraufen, soll das schlingernde Ländle zurück in die Erfolgsspur finden.“

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ betont den bewusst eigenständigen Wahlkampf von Ökosozialist Cem Özdemir, der sich als vorgeblich „leutseliger Politiker der Mitte“ von seiner Partei abgesetzt habe. Den „Grünen“ stehe jetzt eine neue innerparteiliche Zerreißprobe zwischen sogenannten Realos und Fundis bevor.

Das Magazin „Cicero“ sieht bei einer wahrscheinlichen Fortsetzung der „grün“-schwarzen Koalition Konflikte voraus: „In der CDU ist die Wut über die vermeintliche oder tatsächliche Grünen-Kampagne enorm: man sieht sich um den Sieg betrogen. Da wird also erst einmal viel Geschirr gekittet werden müssen – wenn das überhaupt noch möglich ist.“

Die „Welt“ bescheinigt der CDU eine „peinliche Niederlage“, die „zu hundert Prozent selbst verschuldet ist.“ Niemand wolle „von Lappen regiert werden“, heißt es  mit Blick auf die Feigheit der Union, Reformen durchzusetzen.

Die „ZEIT“ richtet ihr Augenmerk daher auf den Kanzler: „Das war die Wahl, die für Merz nicht verloren gehen durfte. Doch genau das ist wohl geschehen (…)  Zu offenkundig fallen in der CDU-geführten Wirtschaftspolitik, im Land wie im Bund, Ankündigungen und Taten auseinander.“

Der Pulizist Gabor Steingart („Pioneer“) knüpft an diesen Aspekt an: „Im Stammland der CDU – wo einst Ministerpräsidenten wie Erwin Teufel und Günther Oettinger mit Ergebnissen jenseits der 40 Prozent dominierten – herrscht heute Morgen Katerstimmung. Im Kanzleramt auch.“

Nicht ganz nachvollziehbar kommentiert abschließend die „Neue Zürcher Zeitung“: „Es braucht eine starke liberale Stimme: Der Absturz der FDP schadet ganz Deutschland.“

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