Wer anderen eine Grube gräbt, fällt meist selber rein: Moskau will den schrittweisen Ausstieg der EU aus Russen-Gas bis Ende 2027 nicht abwarten, sondern die für Europa eingeplanten Gaslieferungen angesichts des Iran-Kriegs auf andere notleidende Märkte – sprich: nach Asien umleiten.
Namentlich sollen China, Indien, Thailand und die Philippinen vorrangig beliefert werden, wie Vizepremierminister Alexander Nowak in Moskau ankündigte. Er stellte klar, dass Russland nicht auf neue Beschränkungen der Europäischen Union warten werde. Nowak entsprach damit einer Ankündigung zuvor von Kreml-Chef Wladimir Putin, dem zufolge russische Lieferanten prüfen würden, sich vom europäischen Gasmarkt zurückzuziehen. Putin sagte wörtlich: „Hier steckt nichts dahinter, keinerlei politisches Motiv. Reines Geschäft, nichts weiter.“
Mit dem Ausstieg aus russischen Öl-und Gasimporten habe sich Brüssel selbst ins Knie geschossen, ergänzte der Moskauer Sonderbeauftragte Kirill Dmitrijew. Die EU stehe am Rande des Zusammenbruchs ihrer Energieversorgung. Auf dem Kurznachrichtendienst X schrieb der Putin-Vertraute wörtlich: „Mit ihrer Entscheidung, auf russische Energieimporte zu verzichten, schossen sie sich selbst so oft ins Knie, dass sie keine Füße mehr haben.“