„TurkStream“ und „Blue Stream“ sind die letzten großen Gasadern Russlands nach Europa. Mutmaßliche Drohnenangriffe der Ukraine auf die Leitungen erhöhen das Ausfallrisiko mit möglicherweise fatalen Folgen. Der Kampf um LNG Flüssiggas zwischen Europa und Asien droht zu eskalieren, mit immer weiter explodierenden Gaspreisen! Davon könnte die Ukraine profitieren.
Die Ukraine hat nach russischen Angaben erneut Kompressorstationen angegriffen, die Gas über die Pipelines „TurkStream“ und „Blue Stream“ in die Türkei transportieren. Ein Teil der Lieferungen wird von dort über den Balkan nach Europa weitergeleitet. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó reagierte umgehend auf der Plattform X: „Die Ukraine blockiert bereits unsere Öllieferungen, und nun nimmt sie auch unsere Gasversorgung ins Visier“, schrieb der ungarische Außenminister und warf Kiew eine „totale Energieblockade“ vor.
Budapest und Moskau vermuten hinter den Attacken kommerzielle Motive: Die Ukraine wolle ihr eigenes Gas zu weit überhöhten Preisen an Europa verkaufen. Die Drohnenangriffe auf die Pipeline-Infrastruktur könnten tatsächlich schnell ein weiterer preistreibender Faktor werden.
Hinzu kommt: Seit Ende Januar ist nach einem erneuten Drohneneinschlag der Öltransit durch die „Druschba“-Pipeline unterbrochen, die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Ungarn wirft der Ukraine vor, die Reparaturen bewusst zu verzögern und den Öltransit aus politischen Gründen zu blockieren. Offenbar will Kiew den Druck auf Ungarn erhöhen, neuen EU-Sanktionen gegen Russland doch zuzustimmen und seinen Widerstand gegen den umstrittenen 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU für die Ukraine aufzugeben.