Die ARD-Analyse der Wählerwanderung, der Demografie und der Wähler-Motive zeigt: Die AfD hat sich von einer einstigen Protestpartei zur Volkspartei gemausert. Schon fast jeder Zweite macht sein Kreuz bei der AfD aus Überzeugung.
Die Daten von Infratest dimap belegen auch für Rheinland-Pfalz: Unter Arbeitern erreichte 39 Prozent, ein Plus von 21 Prozentpunkten. Damit lässt sie in dieser klassischen SPD-Domäne alle anderen Parteien weit hinter sich.
Aber auch bei Angestellten kommt die AfD auf 22 Prozent (+15), gefolgt von Selbstständigen mit 18 Prozent (+7). Nur bei Rentnern bleibt sie mit 14 Prozent vergleichsweise schwach, konnte aber selbst bei den Senioren immerhin neun Punkte zulegen.
Die Altersstruktur der Wähler deutet zudem auf einen Generationenbruch hin. Bei Wählern unter 25 Jahren holt die AfD 21 Prozent, bei Erstwählern sogar 20 Prozent (+14 Punkte). In der Gruppe 35 bis 44 Jahre sind es 27 Prozent (+16).
Besonders auffällig ist laut Infratest dimap: Unter den unter 35-Jährigen bescheinigen 21 Prozent der AfD die „besten Antworten“ auf Zukunftsfragen, deutlich vor der Union (zehn Prozent). Jungwähler attestieren der Partei echte Problemlösungskompetenz vor allem bei den Themen Migration und Wirtschaft.
Noch deutlicher sticht der Wandel bei den Wahlmotiven heraus: AfD-Wähler entscheiden sich zunehmend aus fester Überzeugung für die Partei, nicht mehr nur aus Protest. Begründeten vor zehn Jahren noch 62 Prozent ihr Votum für die AfD mit Enttäuschung über die Altparteien, so macht heute fast jeder Zweite (46 Prozent) sein Kreuz aus Überzeugung bei der AfD.