Für einen unbegrenzten Aufenthalt in Deutschland und für die Einbürgerung ist ein Sprachtest eine der Grundvoraussetzungen. Jetzt wurde erneut ein Fälscherring aufgedeckt, der für Beträge von bis zu 6.000 Euro falsche Dokumente lieferte.
Bereits im November war es im Raum Stuttgart und Heilbronn zu Durchsuchungen von zwei Sprachschulen und elf Wohnungen gekommen. 15 Verdächtige hatten in Zusammenarbeit mit Sprachschulen die Ergebnisse ihrer „Kundschaft“ nachträglich verbessert hatten. Der Preis dafür betrug bis zu 3.000 Euro. Ermittler gehen von Hunderten Fällen aus.
Nun wurden in Nürnberg ein Iraker und ein Deutscher festgenommen, die bei der Beschaffung falscher Zertifikate eine besonders dreiste Methode anwandten: Der Iraker schickte für die Prüflinge „Stellvertreter“ mit gefälschten Dokumenten in die Prüfung; der Deutsche war als einer von insgesamt 20„Stellvertretern“ tätig. Für Beträge zwischen 2.500 und 6.000 Euro erlangten Asylbewerber mit Hilfe dieses Netzwerkes so ein Zertifikat, das „echt“ war – bis auf die Person, die die Prüfung abgelegt hatte.
Es stellt sich die Frage, wie viele Aufenthaltstitel oder gar Einbürgerungen auf diese Weise bisher bundesweit realisiert wurden? Das Berliner Landesamt für Einwanderung beispielsweise verlangt noch immer keine persönliche Vorsprache beim Einbürgerungsverfahren, sondern wickelt in der Regel das ganze Verfahren weiterhin digital ab.