Moskau hat seine grundsätzliche Bereitschaft bekräftigt, vier Jahre nach Ausbruch des Ukraine-Krieges mit den Europäern wieder ins Gespräch zu kommen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warf europäischen Politikern, die den Dialog mit Russland weiterhin ablehnen, „politische Kurzsichtigkeit“ vor. Diese Äußerung dürfte u.a. auf den litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda zielen, nach dessen Meinung eine Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte mit Russland die Einheit der EU untergraben würde.
Peskow erneuerte das Angebot des Kremls, dass jeder europäische Staats- oder Regierungschef auf Wunsch eine direkte Verbindung zu Präsident Wladimir Putin erhalten könne. Russlands Staatschef sei offen für Kontakte für Kontakte vor allem auch dort, wo es „sehr ernste Gegensätze“ gebe. Dialog sei notwendig, Isolation sei irrational, betonte der Putin-Vertraute. Er verwies darauf, dass Frankreich und Italien bereits auf Diplomatie setzen würden, während die EU noch immer Bedingungen an ein Friedensabkommen an Moskau knüpfe. Politiker, die weiter auf eine Isolation Russlands setzen, verharren nach Peskows Worten in einem „absolut kurzsichtigen, irrationalen und unsinnigen Ansatz“. Dies zeuge von „politischer Unkenntnis, politischer Kurzsichtigkeit – und sonst nichts“.