Nachdem das Oberste Gericht der USA wesentliche Teile der unter Donald Trump eingeführten Zölle für unzulässig erklärt hat, will der US-Präsident nunmehr einen globalen Zollsatz von zehn Prozent zusätzlich zu den bestehenden Tarifen auf alle Importe einführen. Auf das Urteil des Obersten Gerichts der USA, das die selektive Zollpolitik der US-Regierung für unzulässig erklärt hat, reagierte Trump mit scharfer Kritik. Richter des Obersten Gerichtshofs, die gegen seine Zollpolitik gestimmt hatten, darunter auch solche, die Trumps Republikanern nahestehen, bezeichnete der US-Präsident auf einer Pressekonferenz als „Schande für unsere Nation“.
Trump beharrte darauf: „Wir haben das Recht, so ziemlich alles zu tun, was wir wollen.“ Die jetzt für unzulässig erklärten ausgewählten Zölle galten als ein Kernelement von Trumps Wirtschaftspolitik: Sie sollten Ungleichgewichte in den Handelsbeziehungen ausgleichen und Industrieunternehmen im Ausland dazu bringen, ihre Produktion in die USA zu verlagern. Zu den zahlreichen sogenannten „Trade Deals“, die im vergangenen Jahr mit US-Handelspartnern abgeschlossen wurden und in denen die anfänglich hohen Zollsätze dann ermäßigt wurden, sagte Trump, diese könnten nun durch die Entscheidung des Obersten Gerichts hinfällig sein. Einige würden bleiben, andere nicht. Der Wegfall werde dann neue, höhere Zollsätze für die betroffenen Länder nach sich ziehen.
Das höchste Gericht der USA hatte am Freitag (20. Februar) Trumps selektive Zollpolitik mit sechs gegen drei Stimmen für illegal erklärt. Außerdem wurden Zölle auf Waren aus China, Kanada und Mexiko gekippt, soweit sie mit der Notwendigkeit begründet wurden, den Schmuggel des synthetischen Opioids Fentanyl in die USA zu bekämpfen. Die Entscheidung des Gerichts gilt allerdings generell nicht für Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte.