Gas-Schock: Millionen Haushalte müssen Hunderte von Euro nachzahlen!

In diesen Tagen versenden die Versorger (oder haben sie bereits versendet) ihre Jahresabrechnungen für Strom und Gas. Auf Millionen Haushalte in Deutschland kommen saftige Nachzahlungen zu – oft mehrere Hundert Euro. Vor allem beim Gas, mit dem mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte heizt, wird’s heftig. Angesichts des Gas-Schocks üben sich viele Verbraucher bereits in Kaufzurückhaltung. Vor allem der Einzelhandel bekommt das aktuell zu spüren.

Kälteeinbrüche im Februar und November 2025 sowie gestiegene Energiepreise haben das Heizen im vergangenen Jahr spürbar verteuert. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen des Vergleichsportals Verivox sowie des Energiedienstleisters Techem. Besonders betroffen sind Haushalte, die mit Gas oder Fernwärme heizen. Hier sind die Kosten deutlich stärker gestiegen als bei anderen Heizarten.

Laut Verivox muss ein Musterhaushalt mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunden knapp 13 Prozent mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Bei einer bisherigen Gasrechnung von rund 1.700 bis 1.800 Euro im Jahr kommen gut 200 Euro zusätzlich zusammen – je nach Verbrauch auch deutlich mehr. DK-Gastautor Einar Koch flatterte dieser Tage eine Nachforderung seines kommunalen Versorgers über mehr als 800 Euro ins Haus.

Ein vergleichsweise kalter Februar 2025 sowie ein Kälteeinbruch im November mit Frost und Schnee sorgten dafür, dass viele Haushalte deutlich mehr geheizt haben. Hinzu kamen weiterhin gestiegene Gaspreise.

Der Deutschland-Kurier beantwortet wichtige Fragen rund um die Gas-Rechnung, die Mieter, sofern sie keine pauschale Warmmiete vereinbart haben, mit der Nebenkostenabrechnung zahlen müssen.

Laut Experten ist jede zweite Nebenkostenabrechnung fehlerhaft. Wo sollte man also genauer hinschauen und was darf nicht abgerechnet werden?

Verbraucherzentralen raten, vor allem Heizkostenabrechnungen genau zu prüfen. Hohe Nachzahlungsforderungen sollten nicht ungeprüft akzeptiert werden. „In der Regel lohnt es sich, eine Heizkostenabrechnung bei gestiegenen Kosten und hohen Nachzahlungen kritisch unter die Lupe zu nehmen“, so die Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Nebenkostenabrechnung genauer zu prüfen, kann sich durchaus lohnen: Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen enthalten rund 50 Prozent der Abrechnungen Fehler. Allerdings: Nebenkostenabrechnungen sind für „Otto-Normal-Verbraucher“ meist nur schwer nachvollziehbar. „Es ist eigentlich für einen juristischen Laien unmöglich geworden, eine Heizkostenabrechnung bis ins Detail zu verstehen“, so Florian Bau, Rechtsexperte vom Mieterverein Dresden. Hilfe bieten dann Fachleute etwa von Verbraucherzentralen oder Mietervereinen. Experten raten dazu, auch einmal nachzumessen, ob die angegebene Quadratmeterzahl für die Wohnung stimmt.

Was, wenn ich nicht zahlen kann?

Wer die Rückforderung finanziell nicht stemmen kann, sollte nicht darauf hoffen, dass nichts passiert. „Einen Rechtsanspruch auf Stundung oder Ratenzahlungen gegenüber dem Vermieter gibt es nicht. Nichtsdestotrotz kann der Mieter seinen Vermieter dennoch darum bitten oder zumindest nachfragen“, so die Verbraucherzentrale Sachsen.

Mieter sollten zudem prüfen, ob sie Anspruch auf staatliche Unterstützung haben – auch wenn sie bisher keine staatlichen Leistungen beziehen und ein regelmäßiges Einkommen haben. Jobcenter, Sozialämter und Wohngeldstellen der Kommunen stehen hier beratend zur Seite.

WICHTIG: Wer einfach nicht zahlt, riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung. Ist die Belastung durch die Gasnachzahlung zu hoch, können Sie zumindest versuchen, eine Ratenzahlung mit Ihrem Anbieter oder dem Vermieter zu vereinbaren.

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