Im September 2023 tönte der damalige Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU): „Auch die Bevölkerung, die werden doch wahnsinnig die Leute wenn die sehen, dass 300.000 Asylbewerber abgelehnt sind, nicht ausreisen und die volle Leitungen bekommen. Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen und die Deutschen kriegen keine Termine.“ Jetzt fordert der Merz nahestehende CDU-Wirtschaftsrat, dass Deutsche für Zahnarztbesuche selbst bezahlen sollen. Die Empörung reißt nicht ab.
Zahnarztbesuche sollen nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden, Arbeitslosengeld soll es grundsätzlich nur noch ein Jahr lang geben, Mütterrente und Rente mit 63 sollen gestrichen werden: So will der CDU-Wirtschaftsrat den Anstieg der Sozialabgaben bremsen.
Vor allem der Selbstzahler-Vorstoß für Zahnbehandlungen sorgt für Kopfschütteln. Experten befürchten, dass viele Patienten dann nicht mehr zur Vorsorge beim Zahnarzt gehen. Dabei ist erwiesen, dass schlechte Zähne den ganzen Körper krank machen, da Bakterien aus Entzündungen wie Karies oder Parodontitis über den Blutkreislauf in andere Organe gelangen und u.a. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenentzündungen und Diabetes auslösen können.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) nannte den Vorstoß des CDU-Wirtschaftsrates „unsozial“ und „verstörend“. Vermögende hätten dann „schöne Zähne, Bedürftige noch mehr Lücken.“ Was so nicht ganz stimmt: Asylbewerber bekommen den Zahnarztbesuch und gegebenenfalls eine Gebiss-Sanierung auch künftig vom Sozialamt (Steuerzahler) erstattet.