Sind die Deutschen zu oft krank? Kanzler Merz (CDU) löst kontroverse Debatte aus

Mal abgesehen davon, dass Bundestagsabgeordnete ausweislich der parlamentarischen Anwesenheitslisten auffallend oft freitags „krank“ sind, hält Friedrich Merz (CDU) den Krankenstand in Deutschland generell für zu hoch. Der Kanzler hat damit eine kontroverse Debatte ausgelöst.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im baden-württembergischen Bad Rappenau sagte Merz, die Arbeitnehmer kämen im Schnitt auf 14,5 Krankentage im Jahr. Er stellte fest: „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten.“

Merz fragte weiter: „Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“ Man müsse sich deshalb „darüber unterhalten“, wie man Anreize schaffe, dass die Menschen ihrer Beschäftigung nachgehen. Als Beispiel nannte Merz die telefonische Krankschreibung. Diese gilt seit 2021. „Während der Corona-Zeit begründet richtig, heute immer noch?“, fragte der Kanzler.

Die Aussagen von Merz zum Krankenstand stießen auf scharfe Kritik bei SPD, „Grünen“, Linke und BSW. Der frühere SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach warf dem Kanzler „Gängelei der Kranken“ vor.

Unterstützung erhielt Merz dagegen von Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: „Die telefonische Krankschreibung lädt zum Missbrauch ein.“ Gassen forderte im Berliner „Tagesspiegel“ eine drastische Reform des Gesundheitswesens, um Praxen zu entlasten und das Land wieder in Gang zu bekommen.

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