Merz wirbt in Davos um Kapital: Deutschland soll wieder Investitionsstandort werden

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Deutschland als sicheren Hafen für internationales Kapital angepriesen. „Wer immer in die Zukunft investieren will – Sie werden in Deutschland einen starken Partner finden“, sagte Merz vor Wirtschaftsführern und Investoren aus aller Welt. Deutschland wolle wieder ein führender Investitionsstandort werden.

Die Botschaft des Kanzlers ist eindeutig: Stabilität, Reformbereitschaft und Verlässlichkeit sollen das Bild Deutschlands im Ausland prägen. Merz verwies auf das Reformprogramm seiner schwarz-roten Bundesregierung und sprach von einem ambitionierten Kurs für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und europäischen Zusammenhalt.

Doch der Auftritt in Davos steht in deutlichem Kontrast zur Lage im Inland. Während der Kanzler international um Vertrauen wirbt, kämpfen Unternehmen in Deutschland weiterhin mit hohen Energiepreisen, überbordender Bürokratie, Fachkräftemangel und einer stockenden Konjunktur. Industrieverbände warnen seit Monaten vor Standortverlagerungen, Kommunen vor Investitionsstaus, Bürger vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten.

Merz nannte zwar die Unternehmenssteuerreform, geplante Entlastungen bei den Energiekosten, Infrastrukturinvestitionen sowie eine High-Tech-Agenda für Forschung und Technologie. Ob diese Vorhaben jedoch schnell genug greifen, um den wirtschaftlichen Abwärtstrend zu stoppen, ist offen. Gerade mittelständische Betriebe warten bislang weniger auf Ankündigungen als auf spürbare Entlastungen.

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