In seiner ersten außenpolitischen Grundsatzrede vor Diplomaten im Vatikan hat sich Papst Leo XIV. besorgt über eine zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit in westlichen Ländern geäußert und vor einer wachsenden Kriegsbegeisterung gewarnt.
„Es ist schmerzlich zu sehen, wie insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit rapide schrumpft“, erklärte das erste US-amerikanische Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor 184 beim Heiligen Stuhl in Rom akkreditierten Botschaftern.
Der Papst beklagte eine neue manipulative Sprache „im Orwell-Stil“. Im Versuch, immer inklusiver zu sein, schließe diese Sprache am Ende jene aus, „die sich den Ideologien, die sie antreiben, nicht anpassen“. Sprache werde somit „immer mehr zur Waffe, um zu täuschen oder Gegner zu treffen und zu beleidigen“, sagte der aus Chicago stammende Pontifex in seiner knapp 45-minütigen Ansprache und stellte einen direkten Zusammenhang zwischen der Aushöhlung der Sprache und der Einschränkung von Grundrechten her. Die schwindende Meinungsfreiheit führe zu weiteren Einschränkungen fundamentaler Menschenrechte, beginnend mit der „Gewissensfreiheit“, so Leo XIV. weiter.
Der Papst äußerte sich zudem besorgt über die Weltlage: „Krieg ist wieder in Mode und eine Begeisterung für den Krieg breitet sich aus.“