Die US-Militäroperation in Venezuela und die Verhaftung des kommunistischen Diktators Maduro ist nur scheinbar ein fernes Ereignis, das Europa und Deutschland nicht weiter betrifft. DK-Gastautor Einar Koch beschreibt, warum die Ereignisse in Südamerika eine transkontinentale Bedeutung haben.
VON EINAR KOCH*
Von Trump lernen, heißt siegen lernen
Zwischen Berlin und Caracas liegen rund 18 Flugstunden. Und doch liegt Venezuela praktisch vor unserer Haustür.
Weil sich in Südamerika wie unter einem Brennglas auch Europas Probleme zeigen: Illegale Massenmigration und in ihrem Gefolge die Herrschaft von Kartellen, Clans, Drogen- und Gewaltkriminalität sowie anarchischem Chaos (siehe Silvester-Krawalle).
Donald Trump hat diesen transnationalen und transkontinentalen Strukturen den Krieg erklärt. In dem von Spezialkräften der US-Drogenfahndung DEA verhafteten venezolanischen Linksdiktator Nicolás Maduro sieht der US-Präsident einen Hauptverantwortlichen für die Migrationskrise auf dem amerikanischen Kontinent mit all ihren Begleiterscheinungen.
Konkret werfen die USA Maduro vor, das Drogenkartell „Tren de Aragua“ anzuführen und die Vereinigten Staaten mit Rauschgift zu fluten. Mit der militärischen Intervention in Venezuela hat Trump zugleich den Schurkenstaaten in den Hinterhöfen Südamerikas eine klare Ansage gemacht.
Was geht uns das an? Sehr viel!
Wer glaubt, es gehe nur darum, den Drogenschmuggel in die USA zu unterbinden, hat die Dimension nicht begriffen. Venezuela ist ein Mafia-Staat und ein zentraler Knotenpunkt für den globalen Drogenhandel. Aus diesem wiederum speisen sich Schurkenstaaten wie Nordkorea und der Iran, Terrororganisationen wie die Hisbollah – letztlich aber auch die arabischen Clans in Europa und der schwarzafrikanische Dealer im Görlitzer Park. Illegale Migrationsströme sind das globale Autobahnnetz nicht nur für Menschen- und Drogenhandel, sondern auch für den islamistischen Terrorismus.
Von Trump lernen, heißt siegen lernen. Migration, auf der einen wie auf der anderen Seite des Atlantiks, ist nichts anderes als eine Invasionsarmee. Wie bekämpft man eine Armee? Mit sicheren Grenzen und wenn es sein muss mit der Armee – wie in Ungarn!
*Einar Koch, Jahrgang 1951, war von 1992 bis 2003 Leiter der Parlamentsredaktion der „Bild“-Zeitung in Bonn und Berlin, Politik-Chef des Blattes und zuletzt Politischer Chefkorrespondent.
