Dobrindts Milchmädchenrechnung: Warum der Rückgang der Asylbewerber-Zahlen nur wenig mit den Grenzkontrollen zu tun hat!

Die Bundesregierung und ihre medialen Propaganda-Assistenten überschlagen sich derzeit mit Jubelmeldungen über den Rückgang der Asylbewerberzahlen in 2025. Die Zahlen klingen auf den ersten Blick beeindruckend, haben aber nur wenig mit den verschärften Grenzkontrollen zu tun, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nicht müde wird zu behaupten.

Wahr ist: Die Asyl-Erstanträge sind im vergangenen Jahr von 229.000 auf 113.000 um gut 50 Prozent zurückgegangen. Innenminister Dobrindt (CSU) jauchzt: „Kontrolle, Kurs und klare Kante wirken.“

Fraglos ist der Rückgang zu begrüßen – mal abgesehen davon, dass auch im vergangenen Jahr wieder eine mittlere Großstadt wie Würzburg illegal den Weg nach Deutschland gefunden hat. Entscheidende Faktoren sind aber aus Sicht von Migrationsexperten andere als das deutsche Grenzregime.

Einer der Hauptgründe ist, dass Syrer als die größte Gruppe der Asylsuchenden neben Ukrainern seit dem Machtwechsel in Syrien seltener Schutz in Europa nachfragen. Ein weiterer Grund sind die strengen Grenzkontrollen entlang der Westbalkan-Route (danke Viktor Orbán!) und an der  Grenze zwischen Polen und Weißrussland sowie die – gegen einen dreistelligen EU-Millionenbetrag – von Tunesien restriktiver gehandhabte Asylmigration. Letztlich noch entscheidender dürfte sein, dass die Türkei die Schleusen – gegen weitere EU-Milliarden! – weitgehend dichthält.

Eine Milchmädchenrechnung sind Dobrindts Erfolgsmeldungen auch deshalb, weil sie den Familiennachzug außer Acht lassen. An dessen Größenordnung hat sich praktisch nichts geändert. 2025 wurden dafür 110.000 Visa ausgestellt – lächerliche 10.000 weniger als im Jahr zuvor.

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