In der deutschen Wirtschaft schwindet die Zuversicht an den Erfolg einer möglichen schwarz-roten Koalition: Eine künftige Regierung unter einem Kanzler Friedrich Merz (CDU) könne zwar hohe Schulden anhäufen, doch für Unternehmen, Arbeitsplätze und die Konjunktur droht nach Ansicht der führenden Wirtschaftsverbände ein Reformstau.
Die Präsidenten der vier größten Wirtschaftsverbände – Rainer Dulger (Arbeitgeber), Peter Leibinger (Industrie), Peter Adrian (Handelskammern) und Jörg Dittrich (Handwerk) – haben deshalb einen Brandbrief an die Spitzen von Union und SPD gerichtet – wohl nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund von Steuererhöhungen, wie sie die SPD fordert.
In einem Schreiben, über das die „Bild“-Zeitung berichtet, legen die Wirtschaftsbosse einen 10-Punkte-Plan vor und mahnen: Deutschland brauche eine „mutige Reformagenda“ für „mehr Dynamik“.
Die bisherigen Ergebnisse der Koalitionssondierungen genügen den Verbandschefs nicht. „CDU/CSU und SPD müssen in den Koalitionsverhandlungen weitergehen“, fordern sie. So müssten Unternehmenssteuern „spürbar reduziert werden“, zudem brauche es Reformen bei Rente, Krankenkassen und Pflegeversicherung, um eine „Beitragsexplosion“ zu verhindern.